• Timo Eifert

Das Falsche Selbst hält dich klein




Je mehr ich mich mit Gedanken beschäftige, umso mehr erkenne ich die Natur der Gedanken. Ich beschäftige mich dabei nicht mit dem Inhalt der Gedanken, sondern mit ihrer Natur. Das ist etwas völlig anderes. Mir ist es also egal, was der Gedanke gerade erzählt. Es ist ja sowieso immer das Gleiche. Es geht um Urteile, es geht um Angst, darum, dass man unfair behandelt wurde, nicht respektiert wurde, irgendetwas getan oder nicht getan hat, irgendetwas tun oder nicht tun sollte, irgendetwas geschehen oder nicht geschehen soll oder dass etwas nicht passieren darf oder nicht hätte passieren dürfen. Geschichten über Geschichten.


Die Natur des Falschen Selbst ist es Geschichten zu erzählen.


Stell dir jedoch für einen kurzen Moment vor, was mit dir passieren würde, wenn du diesem Gedankenspiel keine Bedeutung mehr gäbest. Und nun stelle dir außerdem noch vor, dass du alles Negative, was bisher in deinen Erinnerungen gespeichert war, ganz plötzlich vergisst. Wenn du das gerade nicht schaffen solltest, ist das kein Problem, es ist einfach nur ein Gedanke. Wieder einmal. Es ist immer nur ein Gedanke.


Alles, was uns im Wege steht, ist immer nur ein Gedanke des Falschen Selbst.


Bitte überprüfe diesen wichtigen Satz in den nächsten Tagen in deinem Leben. In den seltensten Fällen steht dir ein leibhaftiger Riese im Wege, also etwas Physisches. Was dir im Wege steht, sind immer Gedanken und die daraus entstehenden Geschichten. Aber wenn dem so ist, und dem ist so, hat das doch eine enorme Konsequenz. Dann gibt es nur eine einzige Sache zu lernen: wir dürfen lernen, mit Gedanken umzugehen. Und das ist leichter als bisher gedacht!!! Denn wir müssen nicht unsere Gedanken heilen. Und schon gar nicht müssen wir uns selbst heilen. Wir dürfen nur anerkennen, dass es immer Gedanken sind, die uns im Wege stehen.


Das ist der Übergang vom Falschen zum Wahren Selbst.


Wir müssen nicht gegen unsere Gedanken kämpfen, wir dürfen sie anerkennen und akzeptieren. Wir dürfen die Natur der Gedanken akzeptieren, genauso wie wir das Wetter anerkennen und akzeptieren. Es nützt ja auch nichts, sich über den Regen aufzuregen. Und bei Gedanken ist das ähnlich. Das, was die meisten Menschen davon abhält, ihr eigenes Leben zu leben, ist die Angst, die Feigheit, die Faulheit und die Bequemlichkeit.


Aber es gibt gar keine Angst, es gibt nur Gedanken, die Angst machen.


Es gibt auch keine Feigheit, es gibt nur Gedanken, die feige machen. Es gibt auch keine Faulheit, sondern nur Gedanken, die faul machen. Und es gibt auch keine Bequemlichkeit, es gibt nur Gedanken, die uns bequem machen.

Der Gedanke ist das Problem – immer.


Den Satz kennst du schon. Und er ist ein weiterer Kernsatz meines Buches.Wenn Menschen mit einem Problem zu mir kommen, egal welcher Art, durchlaufe ich mit meinen Klienten immer den gleichen Prozess. Hinter dem Problem steht immer ein Gedanke und eine Geschichte. Mein Coaching besteht darin, den Menschen zu helfen, den wahren Kern ihres Gedankens oder ihrer Geschichte zu finden. Und das wird ihnen nie gelingen. Sie entdecken immer nur, dass ein Gedanke oder eine Geschichte, egal wie schlimm sie auch ist, keinen wahren Kern hatte. Es bleiben immer Geschichten.


Das ist die Illusion des Falschen Selbst


Das wirklich Spannende dabei ist: Dieser Prozess funktioniert immer, weil wir mit jeder Geschichte an eine Grenze stoßen. Egal, was in der Welt geschieht, egal, was gerade mit dir geschieht oder geschehen ist, das kann im extremen Fall ein Unfall, eine Vergewaltigung oder eine Todesdiagnose sein. Am Boden der Geschichte stoßen wir immer wieder auf die gleiche Frage. Und diese Frage beginnt immer mit dem gleichen Wort: warum? Und diese Frage können wir schlichtweg nicht gedanklich und vernünftig beantworten, denn dazu bräuchten wir die Wahrheit, die Spielregeln des Lebens, den Gesamtüberblick.


Am Boden jedes Problems wartet Gott auf dich.


Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich ein Zwiegespräch mit den Kritikern meines Buches oder meine Texte führe – und Kritik ist ja auch absolut legitim, zumal es sich ja bei allem, was ich schreibe, nur um eine Geschichte handelt. Aber manchmal wünsche ich mir auch so ein Gespräch mit einem, der offen sagt, dass das doch alles Quatsch sei. Und dann würde ich ihn bitten, sich das schlimmste Ereignis vorzustellen, das ihm in seinem Leben widerfahren könnte. Und nachdem er das getan hätte, würde ich ihn fragen, was genau an diesem Ereignis das Schlimme für ihn sei. Und dann würde er nicht umhinkommen, mir eine Geschichte zu erzählen. Und das aus einem simplen Grund: weil er die Wahrheit nicht kennt. Genauso, wie wir alle.


Das Grundproblem lässt sich nur mit Gott lösen.


Und bitte glaube nicht, dass es hierbei darum geht, sich die Welt schönzureden. Nein, darum geht es ganz und gar nicht. Es geht einfach um die Art und Weise, wie unser Verstand funktioniert. Er gibt willkürlich Bedeutung. Es liegt in unserer Macht, jedem Ereignis, das uns widerfährt, die Bedeutung zu geben. Es ist nicht immer die Bedeutung, die wir wollen, aber wir tun es. Unser Verstand tut es. Aber diese Bedeutung ist nicht wahr. Sie ist möglich. Und deshalb stellt sich immer wieder die gleiche Frage. Warum sollten wir an einem Gedanken oder einer Geschichte, die keinen wahren Kern hat, festhalten? Das ergibt keinen Sinn, zumindest dann nicht, wenn die Geschichte oder der Gedanke nicht hilfreich sind. So unzweckmäßig auch das Festhalten an alten, gebahnten Denkmustern sein mag, so leisten sie doch etwas sehr Bedeutsames: Sie sind vertraut und bieten – vor allem dann, wenn viele andere Menschen auch so denken und mit denselben Einstellungen und Überzeugungen herumlaufen – Sicherheit.

Sich davon zu lösen, macht Angst. Deshalb müssen Menschen, die Neues denken wollen bzw. über das Denken des Falschen Selbst zum Wahren Selbst (Seele/Gott) hinausgehen wollen, diese Angst überwinden. Das einzige Gegenmittel gegen Verunsicherung und Angst – auch das können die Hirnforscher inzwischen mithilfe ihrer bildgebenden Verfahren objektiv und empirisch nachweisen – ist Vertrauen.

Vertraue Gott und lass’ los, was nicht funktioniert. Tue es jetzt, denn es gibt nur ein Gesetz.

Songtext: Tue es jetzt

Ist es Angst, weshalb dir Leben schwerfällt?

Oder ist es die Feigheit, die dich klein hält?

Ist es Faulheit, die zwischen dir und dem Leben steht?

Oder ist es die Bequemlichkeit, die dich schlecht berät?

Was willst du verändern? Neue Wege gehen?

Du darfst ein Gesetz verstehen.

Tue es jetzt, bevor du dich wieder verletzt.

Tue es jetzt, bevor du dich wieder hinsetzt.

Tue es jetzt, denn es gibt nur ein Gesetz.

Tue es jetzt.

Es ist Liebe, die dein Leben einfach macht,

und dein Feuer neu entfacht,

Mut, der deine Grenzen sprengt.

Es ist der nächste Schritt, der dich weiterbringt,

die Lust dich zu verändern, die mit Möglichkeiten winkt.

Was willst du verändern? Neue Wege gehen?

Du darfst ein Gesetz verstehen.



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