• Timo Eifert

Den Sündenfall umkehren

Die Probleme der Welt entstanden – so berichtet eine Geschichte aus den Anfängen der Menschheit –, als wir dem Irrtum verfielen, es gäbe statt einer Kraft zwei Kräfte: Gut und Böse. An die Stelle von Mitgefühl und daran, dass alles eins ist, trat das Urteil, die Urteilung, und der Mensch machte einen Schritt von der Einheit in die Trennung (Sündenfall). Die Wahl, die wir alle haben, ist nicht die banale Wahl zwischen rechts und links, zwischen gut und böse, zwischen schwarz und weiß.


Die essenzielle Wahl, die wir haben, besteht in der Wahl zwischen dem Urteilen (Kopfmensch oder Falsches Selbst) und dem Nicht-Urteilen (Herzmensch - Wahres Selbst).


Um zu urteilen, müssen wir etwas wissen. Solange wir urteilen, stellen wir uns über die große Intelligenz des Lebens. Mit jedem Urteil zerstören wir die Perfektion des Lebens. Wir machen das Ursprüngliche durch jedes Urteil kleiner. In Kapitel 3 meines Buches habe ich davon bereits gesprochen. Wenn das Urteil aufhört, gibt es nur noch das Eine. Was auch immer es ist: die Liebe, die große Kraft, die Intelligenz. Nenne es, wie du willst. Ich nenne es Gott.


Herzmenschen leben aus ihrem Wahren Selbst.

Der Kopfmensch urteilt, weil er nichts weiß. Und weil er nichts weiß, erfindet er Geschichten. Und durch die Brille seiner Geschichten blickt der Kopfmensch auf die Welt und bildet sich ein Urteil. Der Kopfmensch bildet sich also mit der Brille, die er selbst gemacht, ein Urteil. Damit kann er jedoch nur das sehen, was er vorher gedacht hat. Der Kopfmensch kann also nichts anderes sehen als sich selbst. Darin liegt wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass wir vergessen, wer wir sind. Wir sind zu viel in unserem Kopf. Auch davon weiß ich ein Lied zu singen. Als Kopfmensch hat man mich schon oft bezeichnet. Damit hatten diejenigen, die mich so bezeichnet haben, sicherlich recht. Allerdings war ihnen nicht bewusst, dass sie durch dieses Urteil auf dem gleichen Weg wie ich unterwegs waren; nur mit einer anderen Geschichte. Sie dachten, sie seien ein Gefühls- und Herzmensch. Dabei war es einfach nur eine andere Geschichte. Herzmenschen urteilen nicht. Herzmenschen erinnern sich und leben aus ihrem Wahren Selbst. Herzmenschen erfahren sich. Und Herzmenschen vergeben, allem und jedem.Vergebung öffnet der Liebe die Tür, damit sie wieder zurückkehren kann.


Echter Glaube und Liebe sind radikal.


Vergebung heißt, dass wir die Welt, die anderen und uns selbst so sein lassen, wie sie und wir sind. Das klingt radikal. Aber schaue dir die Welt da draußen an. Glaubst du ernsthaft, dass dort etwas helfen kann, das nicht radikal ist. Es MUSS eine völlig neue Sichtweise sein, sonst hilft es nicht.


Was willst du noch erleben, bevor du stirbst?


Das ist eine Frage, die ich mir häufig in meiner Arbeit als Notarzt stelle. Und jetzt habe ich auch eine Antwort darauf. Ich möchte mich als Mensch erfahren. Als ein Mensch, der vollkommen frei ist. Und das heißt nicht nur frei, alles zu tun, was und wann immer er will, sondern auch frei zu sein von jeglichen Sorgen oder Traurigkeit, Kampf oder Leid, Wunden oder Verletzungen, Tragödie oder Qual. Frei von der Vergangenheit, die den gegenwärtigen Augenblick in irgendeiner Weise überschatten oder beeinträchtigen könnte, frei von den Illusionen meines Falschen Selbst. Denn ein Mensch, der auf solche Art frei ist, würde alle Wesen und Dinge lieben, friedvoll und von Freude erfüllt sein, offen für das Wunder des Lebens, in jedem Augenblick das Magische spüren und erleben.

Das einzige, was mich abhält, sind die Geschichte meines Falsches Selbst

Aber es gibt einen Weg, sich von Geschichten zu befreien. Wir dürfen uns vergeben und Gott hingeben. Das reinigt. So fühlt es sich zumindest für mich an.Immer, wenn ich Geschichten über mich selbst erzähle, die mich kleiner machen, als ich bin, vergebe ich mir und richte mich an Gott, der mir sagt, wer ich wirklich bin.

Immer, wenn ich Menschen beurteile und sie damit kleiner mache als sie sind, vergebe ich mir und richte mich an Gott, der mir sagt, wer du wirklich bist.

Und immer, wenn ich die Welt und ihre Ereignisse beurteile und sie dadurch kleiner mache, als sie sind und mich als Gott aufspiele, der es besser weiß, vergebe ich mir und Gott vergibt mir auch.


Den Sündenfall umkehren und zurückfallen.


Ich stelle mir manchmal vor, dass jeder Mensch als leuchtender Diamant auf die Welt kommt. Und mit jedem Urteil über sich selbst verliert er an Glanz. Mit jedem Urteil, das andere über uns fällen, wird die Strahlkraft kleiner. Urteile machen uns und andere immer kleiner. Nun geht es darum, dass wir den umgekehrten Weg gehen. Jedes Urteil, das wir selbst über uns, über andere und über die Welt fällen, wird durch die Vergebung umgekehrt. Die meisten meiner Texte und Songs handeln davon, dass uns immer Geschichten im Weg stehen, wenn irgendwo ein Problem auftaucht. Es sind Geschichten über uns selbst, Geschichten über Menschen und Geschichten über die Welt.


Vergebung befreit uns von unseren Geschichten. Vergebung macht uns frei.


Auch das ist keine spirituelle Doktrin, denn ich möchte niemals belehrend sein. Es ist ebenfalls purer Pragmatismus. Über Vergebung als Werkzeug für ein gutes Leben muss man auch nicht philosophieren, man darf es einfach tun. Probier’ es aus. Aber Vorsicht, es könnte passieren, dass sich dabei dein Herz öffnet. Lass’ dich überraschen!


Du bist hier zum Wählen - zwischen deinem Falschen und deinem Wahren Selbst.

Song: Die Wahl

Das Beste in dir

darfst du heute entdecken,

und die Kräfte freisetzen, die in dir stecken.

Du darfst dir vertrauen und in dir ruhen,

alles andere wird für dich die Liebe tun.

Die Wahl, die du triffst,

ist die Wahl, weil du vergisst,

dass du reine Liebe bist.

Die Wahl, die du triffst,

ist die Wahl, weil du vergisst,

dass du reine Liebe bist.

Es gibt hell und dunkel,

du bist hier zum Wählen,

auf welcher Seite

willst du stehen.

Wenn du dich erinnerst,


wer du wirklich bist,


wirst du bekommen, was du vermisst.



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