• Timo Eifert

Für Kontrollfreaks ist Gott genau der Richtige


Die ständige Absicht, eine Welt zu kontrollieren, die wir nicht kontrollieren können, der Glaube, alles selbst tun zu müssen in einer Welt, in der manche Dinge, gut oder böse, einfach geschehen, und der ständige Widerstand gegen das, was gerade geschieht, ist der sicherste Weg, sich von der Verbindung mit dem Leben zu entfernen. Auch das ist für mich keine spirituelle Doktrin, sondern meine persönliche Erfahrung.


Ich bin ein Kontrollfreak

Und ich weiß wirklich, wovon ich rede. Ich bin ein Kontrollfreak (auf dem Weg der Heilung). Ich wollte alles kontrollieren, meine Karriere, meine Mitmenschen, meine Emotionen. Und irgendwann war ich so kontrolliert, dass ich nicht einmal mehr lachen konnte. Zumindest nicht mit Leib und Seele, nur so ein bisschen ›ha ha ha‹. Und dann habe ich eine Erfahrung gemacht, die mich bis heute begleitet. In einem Kommunikationsseminar, das ich besuchte, wurde zum Abschluss mancher Seminartage noch eine Entspannungstrance durchgeführt. Das darfst du dir einfach wie Entspannungsmusik vorstellen, zu der der Seminarleiter noch entspannende Worte sprach. Und je mehr sich meine Mitstreiter entspannten, umso mehr öffneten sie sich für die Worte. Das Talent des Seminarleiters bestand darin, nicht nur entspannende Worte zu finden, sondern auch sehr witzige. So kam es regelmäßig dazu, dass der gesamte Raum innerhalb kurzer Zeit in schallendes Gelächter ausbrach, das keine Grenzen mehr kannte. Menschen warfen sich lachend auf den Boden, lagen sich vor Freude weinend in den Armen und ich, ich konnte nur staunend zuschauen. Es war jedoch mehr als Staunen, es war auch Trauer dabei und Verzweiflung. Denn ich fragte mich die ganze Zeit, wie die anderen es schafften, so losgelöst zu lachen. Ich dachte während der ganzen Entspannungsübung nur daran, was wohl die anderen denken würden, wenn ich wieder nicht lache oder machte mich die ganze Zeit selbst fertig, weil ich nicht so herzhaft lachen konnte. Die ganze Zeit konnte ich mich also gar nicht auf die Entspannung einlassen. Ich war viel zu beschäftigt mit mir selbst, mit meinen Gedanken und Geschichten.


Und ich war traurig, sehr traurig, im Kreise lauter lachender Menschen.


Und je mehr ich lachen wollte, umso weniger ging es. Da saß ich also, als Kontrolletti. Selbst das Lachen wollte ich also kontrollieren – das Lachen!!! Und während ich das hier schreibe, muss ich selbst laut lachen. Denn diese Situation von damals war schon ziemlich absurd. Es gibt Dinge, die können wir nicht kontrollieren. Das Lachen gehört dazu. Lachen braucht das Loslassen, die Entspannung und das Vertrauen. Eines weiß ich heute mit Sicherheit:


Jemand, der nicht lachen kann und unentspannt ist, ist weit von einer Verbindung mit dem Leben entfernt.


So weit jedoch auch nicht. Er ist nur ein Lachen weit entfernt – ein herzhaftes Lachen weit. Für mich kam allerdings doch noch das Happy End. Meine Erlösung kam, als ich mir überhaupt nicht mehr zu helfen wusste, und im Grunde genommen aufgab. Und in meiner Verzweiflung fing ich einfach an, Laute von mir zu geben. Z. B. ›ha ha ha‹ und ›he he he‹, ›hi hi hi‹ und ›hu hu hu‹. Und plötzlich legte sich der Schalter um. Plötzlich wurde aus dieser Absurdität die komischste Situation, die ich bisher erlebt habe. Ich sah mich plötzlich von außen, wie ich, wie ein armes Hündchen inmitten dieser brüllend lachenden Gruppe saß und nichts anderes machen konnte, als diese Lachversuche und Laute von mir zu geben. Das war noch mehr als komisch, das war ein Bild für die Götter, und ich konnte endlich loslassen und lachen. Und wie ich lachte. Ich lachte mich in einen Rausch. Und in diesem Rausch durchschoss mich eine Energie, die ich nur mit einem starken elektrischen Strom beschreiben kann. Ich fühlte mich elektrisch von Kopf bis Fuß; ein unglaubliches Gefühl, in dem ich viele Minuten tranceartig verbrachte. So konnte ich erstmals rein körperlich erleben, was es bedeutet, entspannt zu sein und von den eigenen Gedanken loszulassen, die mir bisher im Wege standen.


Stehst du auch auf dem Schlauch (Kabel)?

Es war, als stand ich die ganze Zeit auf dem Kabel, das mich mit dem Leben verband und konnte nun den Unterschied erleben, was es bedeutet, in Verbindung zu sein. Und seit damals häufen sich die Geschichten in meinem Leben, in denen ich in Verbindung bin. Die Geschichte meines ersten Musikalbums kennst du ja bereits aus dem Song “Tue es jetzt” und dem dazugehorigen Post “Das Falsche Selbst hält dich klein”. Für mich der bisher größte physische Beweis, was es bedeutet, aus der Verbindung zu arbeiten. Mit was ich da verbunden bin, kann ich dir nicht sagen. Ist mir auch ehrlich gesagt egal. Heute brauche ich auch nicht mehr für alles eine Erklärung, das brauchen nur die Kontrollettis. Aber unter uns gesagt:


Ich glaube, ich bin verbunden mit meiner Seele und mit Gott.


Ich weiß, wie es für mich funktioniert. Vor allem mit Entspannung und mit Mut. Denn es geht dabei sowohl um Geduld als auch um das Vertrauen. Meine Geduld erwächst aus dem Glauben, dass ich nicht alles selbst tun muss. Ich muss weder ständig aktiv sein, noch muss ich alles bis ins kleinste Detail planen. Heute lasse ich viel mehr geschehen. Und mit jeder Erfahrung, dass es genau so funktioniert, wächst auch das Vertrauen. Mein Vertrauen kommt außerdem aus dem Glauben an eine Bestimmung. Ich glaube, dass einfach nichts anderes in meinem Leben passieren kann, als das, was passieren soll. Und die Entspannung hieraus entsteht aus der Dankbarkeit, dass eben alles so ist, wie es ist und auch so sein darf.


Und wenn ich in Verbindung sind, passieren tolle Dinge. Dann kommen Songs zur Welt.

Song: In Verbindung sein

Wenn ich meine Arme öffne

und Entspannung Einzug hält,

entsteht in der Stille,

das, was mir gefällt.

Es kommt, was kommen will,

aus der Stille in das Licht,

von einem Ort der Freude,

der mit mir spricht.

Es ist so einfach hier friedlich auszuruhen,

denn hier gibt es so wenig zu tun.

In Verbindung sein,

nie mehr allein,

in jeden Tag bin ich verliebt.

In Verbindung sein,

nie mehr allein,

weil es keine Trennung gibt.

Wenn ich auf Reisen gehe,

muss ich mich nicht finden,

ich darf entscheiden,

mich einfach zu verbinden.

Im Vertrauen zuzulassen,

dass ich alles in mir habe,

auf Empfang zu gehen,

und schon löst sich jede Frage.

Es ist so einfach hier friedlich auszuruhen,

denn hier gibt es so wenig zu tun.




7 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen