• Timo Eifert

Timotheus und sein Glaubensbekenntnis

Manchmal frage ich mich das schon – gibt es so etwas wie eine Bestimmung? Und gibt es jemanden, der diese Bestimmung bestimmt? Ich weiß es nicht. Und das ist gut so. Denn so bleibt mir die Wahl.


Ich glaube an eine Bestimmung.


Als ich diesen Text in seiner ursprünglichen Form schrieb, das war im Jahre 2017, wusste ich noch nicht viel über den christlichen Glauben und nichts von Timotheus. Mittlerweile hat sich deutlich geändert. Von Timotheus erfahrt ihr im Post “Wie kann man mit Jesus leben?” mehr, jetzt erst einmal zurück zum ursprünglichen Text.


Ich glaube daran, dass mein Weg und der aller anderen Menschen vorgezeichnet ist. Ich glaube deshalb daran, weil ich sonst die ganze Zeit weinen müsste. Ich verstehe die Welt nicht. Ich verstehe nicht, warum es mir so gut geht und warum andere verhungern müssen, in einem Krieg sterben oder anderes schreckliches Leid erdulden müssen. Und wenn ich nicht an Bestimmung glauben würde, wäre ich verzweifelt und ich könnte nicht dankbar sein für das, was ich habe und wer ich bin. Ich fände die Welt dann einfach nur unfair, rau und hoffnungslos.

Das Gesetz der Anziehung mag ich nicht.


Es gibt die Anhänger des Gesetzes der Anziehung. Demnach bekommt jeder das Leben, das er anzieht. Ich finde jedoch, dass das Gesetz der Anziehung nur für Menschen funktioniert, denen es gut geht. Diese Menschen können dann voller Stolz sagen, seht her, was ich in mein Leben gezogen habe. Ich finde diese Geschichte überheblich. Denn es würde bedeuten, dass jeder Mensch zu 100 % für die Ereignisse in seinem Leben verantwortlich ist. Sind wir wirklich so mächtig? Und wenn ja, warum sieht die Welt dann so aus, wie sie ist? Jeden Menschen, der das behauptet, würde ich gerne einmal bitten, seine Weltsicht in Syrien kundzutun oder bei den Menschen, die Opfer des Völ- kermordes in Ruanda wurden. Hier stößt die Geschichte vom Gesetz der Anziehung doch an eine Grenze. Für mich ist sie nicht logisch, nicht ausgereift. Um das Leid zu erklären, braucht man dann wieder neue Hilfsgeschichten. Das erinnert mich an die Physiker, die für jede Lücke in ihrer Theorie einfach ein neues Teilchen erfinden. Und im religiösen, esoterischen und spirituellen Bereich scheint es nicht anders zu sein.


Geschichten machen die Welt nicht besser, der Glaube schon.


Ich sage dir fast in jedem Text das Gleiche. Ja, das, was ich hier schreibe, ist auch nur eine Geschichte. Es ist jedoch eine Geschichte, die einen handfesten Vorteil hat. Der Glaube an eine Bestimmung bietet uns allen die Möglichkeit, das, was mit uns und allen anderen in der Welt geschieht, anzunehmen, in der großen Hoffnung, dass am Ende alles gut ist. Und aus dieser Perspektive entsteht ein erhabenes Gefühl. Es ist das Gefühl der Dankbarkeit.

Wir wissen dann immer noch nicht, warum etwas geschieht, aber wir haben die Möglichkeit, darüber die Geschichte zu erzählen, die uns hilft, alles dankbar anzunehmen. Genau darin liegt unsere Verantwortung. Ich glaube und hoffe sehr, dass wir nicht für alle Ereignisse in unserem Leben verantwortlich sind. Das hoffe ich ganz speziell für alle Menschen, denen schreckliches Leid widerfährt. Wir haben jedoch die Macht, den Ereignissen die Bedeutung zu geben, die wir wollen. Und das ist fantastisch. Damit können wir alles, egal wie dunkel es auch ist, in einem neuen Licht sehen. Im Licht der Dankbarkeit.


Dankbarkeit ist ein Geschenk Gottes.


Dankbarkeit ist eines der erhabensten Gefühle, die der Mensch haben kann. Mit Dankbarkeit kann man so ziemlich alles heilen. Probier es aus. Sei dankbar, egal was auch gerade mit dir geschieht. Eines kann ich dir dann versprechen, dein Leben wird sich dadurch verändern. Das ist keine spirituelle Doktrin. Es ist purer Pragmatismus. Mit Dankbarkeit heilst du deinen Blick auf die Welt. Und konsequent weiter gedacht, verschwindet mit Dankbarkeit das Böse aus der Welt. Und es gibt noch einen wunderbaren Aspekt der Bestimmung. Es befreit uns von dem Glauben, dass wir immer alles selbst tun müssen. Nein, manche Dinge geschehen einfach. Das gilt nicht nur für das, was uns auf den ersten Blick nicht gefällt, das gilt vor allem auch für das Wundervolle. Ist es nicht unehrlich, nur für das Gute dankbar zu sein, obwohl wir gar nicht wissen, was gut und schlecht ist? Stellen wir uns damit nicht über einen Gott, über diese große Kraft und Intelligenz? Es ist dann so, als ob wir diese große Kraft für alles loben, was unserer Ansicht nach gut ist, und dafür für alles tadeln, was unserer Ansicht nach nicht richtig ist.

Wenn schon glauben, dann mit Vollgas und Rückenwind.


Jedes Mal, wenn ich schreibe, fällt mir auf, wie inkonsequent manche Geschichten sind. Was für ein kleiner Gott soll das sein, der die Welt so stümperhaft erschaffen hat, dass es so viel Leid gibt? An so eine Kraft zu glauben, ergibt doch keinen Sinn. Wenn schon glauben, dann bitte nicht kleingläubig, dann bitte großgläubig mit Vollgas und Rückenwind. . Sobald du dich für eine Geschichte der Bestimmung entscheidest, dann entscheidest du dich zwangsläufig auch für eine Kraft, die bestimmt. Und dann kannst du dich dieser Kraft auch vollkommen anvertrauen, egal was auch geschieht. Wer A sagt, darf auch B sagen. Das ebnet den Weg für 100 % Dankbarkeit, aus vollem Herzen, und zwar für alles, für absolut alles.


Danke Gott.

Song: Ich fühle

Was fühl’ ich, wenn ich fühle,

sind das tanzende Moleküle?

Ist das mein Körper, der sich regt,

wenn ein Gedanke mich bewegt?

Ist das Energie, die durch mich dringt, und mich in Verbindung bringt?

Ist das die Energie, die durch mich dringt, die durch mich dringt?

Ich fühle, dass ich bin.

Ich fühle einen Sinn.

Ich fühle eine Kraft, unabhängig von der Zeit.

Ich fühle große Dankbarkeit.

Was fühl’ ich, wenn ich fühle,

sind das tanzende Moleküle?

Sind das Emotionen,

die in meinen Zellen wohnen?

Ist das die große Kraft, die mich lenkt, und mir Orientierung schenkt?

Ist das die große Kraft, die mich lenkt, die mich lenkt?




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